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Wie Ubisoft uns verscheißern will

am 23.08.2012

Yves-Guillemot-CEO-Ubisoft (quelle: ubisoft)
Yves Guillemot, seines Zeichens Oberboss beim französischen Top-Entwickler Ubisoft, hat kürzlich durch völlig aus der Luft gegriffene Aussagen für Wirbel gesorgt. Angeblich zwinge die massive Produktpiraterie Ubisoft dazu, verstärkt im Bereich Free-2-Play zu investieren. Sorry, Yves, aber das ist der größte Scheiß, den man sich ausdenken kann. Und zwar genau darum:

Guillemot sprach davon, dass zwar nur etwa fünf bis sieben Prozent der F2P-Spieler tatsächlich Geld für Premiuminhalte investieren würden, doch dieser geringe Anteil an zahlenden Spielern ist vergleichbar mit den traditionellen Vollpreisspielen, da – Achtung, jetzt kommt’s! – ja 95% der Spiele Raubkopien wären, also auf fünf verkaufte Spiele kämen 95 illegale Kopien. Zunächst einmal sind diese Zahlen völlig aus der Luft gegriffen, denn niemand kann sicher nachvollziehen, wie hoch der Anteil der Raubkopien wirklich ist. Doch selbst wenn die Zahlen stimmen würden, ist nicht bewiesen, ob die Personen, die Raubkopien benutzen, wirklich die Spiele kaufen würden, wenn sie die illegalen Möglichkeiten nicht mehr hätten. Ein Schulbengel mit 50 Euro Taschengeld im Monat saugt sich vielleicht im selben Zeitraum fünf Spiele (schimpf! schimpf!), würde sich diese fünf Games aber nie und nimmer leisten können. Seine Piraterie hat also auf den Umsatz nur bedingt eine Wirkung. Doch ich möchte keinesfalls Produktpiraterie verteidigen, sondern nur die logischen Fehler aufzeigen.

Der wahre Grund, warum sich Guillemot zu solchen kruden Rechenspielchen hinreißen ließ, ist nämlich der, dass Free-2-Play-Spiele von etablierten Publishern immer noch einen zweifelhaften Ruf genießen. Was bei einem Indie-Studio cool ist, wird bei Ubisoft schnell als Abzocke gebrandmarkt und solche dämlichen Reden wie die von unserem Freund Yves machen die Sache nicht besser. Sehen wir es doch mal realistisch: F2P ist ein profitables und momentan stark angesagtes Geschäftsmodell, bei dem wenige Kunden kontinuierlich zahlen und viele andere umsonst mitspielen und irgendwann anfangen zu meckern, weil derjenige, der 100 Euro investiert, bevorzugt wird. Jeder weiß, dass es so läuft und niemand, der halbwegs betriebswirtschaftlich denken kann, würde Ubisoft da einen Vorwurf machen. Das Problem ist aber, dass man Online-Spiele nicht wirklich besitzt, sondern nur zu Gast ist und jedes F2P-Game früher oder später eingestellt wird und dann ist die ganze investierte Kohle futsch. Will man aber ein Spiel wirklich besitzen, so wird man – auch von Ubisoft – durch DRM-Maßnahmen und ständige Anfeindungen á la Guillemot per se als potentieller Raubkopierer gesehen. Dabei vergisst Ubisoft eines: Es gibt verdammt viele Fans von Ubisoft-Spielen, die bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten einen Haufen Kohle ausgegeben haben, damit Herr Guillemot seinen Mercedes (oder doch nur Peugeot?) auf seinem Privatparkplatz abstellen kann. Ich empfehle dem Yves mal eine Nachhilfestunde im Bereich Kundenpflege.

Also, liebe Ubisoftler, bitte verscheißert uns nicht. Wir wissen, dass Free-2-Play-Spiele wesentlich günstiger zu entwickeln sind als ein aufwändiges Assassins Creed 3 und dabei vielleicht sogar profitabler. Das ist auch okay so, denn offenbar gibt es genug F2P-Nutzer, die genau das wollen. Solange ihr weiter so großartige „normale“ Spiele wie Assassins Creed, Anno oder Heroes macht, haben wir damit überhaupt kein Problem. Doch denkt nicht, dass ihr uns erst unter Generalverdacht stellen dürft, um uns abschließend mit langweiligen Online-Games das Geld aus der Tasche zu ziehen. So, und jetzt genug geredet. In 95% der Fälle kommt um diese Uhrzeit ein heißes Bikini-Model in mein Büro, um mit mir eine Runde Battlefield zu spielen.

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Über den Author: Cage
Cage ist der Strategie-Experte bei Computerspiele.com und außerdem bekennender FIFA-Fanboy.

6 Kommentare

  • Geo schrieb am 23/8/2012, um 11:51:

    Ich stimme dir grundsätzlich zu, mit der Aussage hat Herr Guillemot wahrlich den Vogel abgeschossen. Allerdings kann ich deine Argumentation mit dem “Besitz der Titel” nicht ganz nachvollziehen. Ein F2P-Spiel geht nie in den eigenen Besitz über, da es früh oder später eingestellt wird – korrekt. Aber sieht es bei herkömmlichen Titeln nicht ähnlich aus? Bleiben wir doch bei Ubisoft: Ein Assassin’s Creed, welches ohne DRM-Segen nicht einmal startet, wird doch nicht ernsthaft ein Leben lang unterstützt werden. Was passiert, wenn Ubisoft die Server abschaltet? In dem Fall bringt mir der Besitz des Spiels ja auch nichts mehr und die Spielerfahrung ist endgültig Geschichte.

    • Cage schrieb am 24/8/2012, um 09:58:

      Da hast du völlig Recht. Da lob ich mir die alten Klassiker aus den 90ern, die man immer wieder (wenn auch mit Kompatibilitätsproblemen) installieren und spielen kann. Oder man hat ein Argument für Konsolen…

  • eererewrerwe schrieb am 24/8/2012, um 02:33:

    vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot vollidiot

    • Cage schrieb am 24/8/2012, um 09:59:

      Ich hoffe, du meinst Guillemot und nicht mich!
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  • Thomas schrieb am 24/8/2012, um 09:37:

    Würde mich nicht wundern, wenn diese ganzen Vorstände in den Computerschmieden-Firmen gar keine Computerspiele selber spielen/gespielt haben, völlig isoliert in ihrer BWL´er-Welt leben und ihr ganzes fundiertes “Wissen” nur bei Mitarbeitergesprächen aufgeschnappt oder beim Profilieren beim Mittagstisch mit anderen BWL´ern sich spontan mal ausgedacht haben…

    • Cage schrieb am 24/8/2012, um 10:00:

      Wir können ja mal zu seiner Villa fahren und ne Runde Live-Battlefield mit ihm spielen…

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