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Vorurteil: Age of Decadence

am 20.05.2014

Die Zeiten isometrischer Singleplayer-Rollenspiele vom alten Schlag sind eigentlich lange vorbei. Doch die Welle wehmütiger Indie-Spiele auf der Suche nach der guten alten Zeit macht auch vor diesem Genre nicht halt. Und so lesen, questen und kämpfen wir uns bald durch ein Rollenspiel namens Age of Decadence. Wir haben mal die Demo getestet.
Age of Decadence Ttielbild (quelle: iron tower studios)

Das alte römische Weltreich ist zusammengebrochen und in Age of Decadence sogar noch heftiger als in der historischen Realität. Die halbe Welt scheint in Trümmern zu liegen und konkurrierende Adelshäuser, wilde Barbaren und hinterlistige Gilden balgen sich um die Reste der Zivilisation. Mittendrin steht unser Charakter, bereit, sich der Herausforderung zu stellen, die ihm die Zukunft bietet. Je nach Charakterklasse liegt der Schwerpunkt der Geschichte auf einem anderen Gebiet. In unserem Test wählten wir den Loremaster, dessen Aufgabe die Aufarbeitung der Geschichte vor der zunächst nicht näher benannten Katastrophe ist. Folglich beginnen wir als rechte Hand eines alten chinesischen Artefakthändlers, der zwar weise, aber auch desillusioniert ist.

Age of Decadence Dialog (quelle: iron tower studios)

Age of Decadence – Lesen und verstehen

In den ersten Spielstunden sind wir fast ausschließlich mit dem Lesen der leider nicht vertonten und lediglich in Englisch bereitgestellten Dialoge beschäftigt. Wer also damals Textadventures mochte, der wird Age of Decadence lieben. Alle anderen sollten sich aber zwingen, wenigstens die wichtigsten Passagen auch zu lesen und nicht schnell wegzuklicken, denn sonst verpasst man einiges von der Story. Unser Held erfüllt zunächst rollenspieltypische Quests und profitiert dabei von levelbaren Skills wie Überredungskunst oder Schleichen und fixen Fähigkeiten wie Intelligenz und Stärke. Je nach Wahl ermöglichen uns diese Skills verschiedene Möglichkeiten, Situationen zu lösen. Angenehmerweise springt das Spiel dabei häufig automatisch zwischen den Locations hin und her und erspart uns ewiges Gerenne. Leider bedeutet dies aber auch, von Textfenster zu Textfenster zu hüpfen und Tausende Zeilen zu lesen.

Age of Decadence – Kämpfen und Sterben

Nicht selten jedoch greift auch ein Gelehrter zu Schwert oder Armbrust und muss kämpfen. Das passiert weniger häufig als in anderen RPGs, aber oft genug, um das komplexe Kampfsystem erlernen zu können. In rundenbasierten Duellen wählen wir nämlich mittels Aktionspunkten Waffen, Angriffsart und Bewegung in der Arena aus und hoffen auf Gevatter Zufall beim Auswürfeln der Schadenspunkte. Letzteres kann motivieren, aber auch schnell frustrieren – etwa wenn der eigentlich so schwache Gegner ständig ausweicht, obwohl man ihn mit schnellen Schwerthieben eindeckt. Es gibt in Age of Decadence keine XP, so dass der Charakter nicht normal levelt, sondern von Anfang bis Ende schwach und verletzlich bleibt – wie ein Mensch eben. Denn in Age of Decadence gibt es keine Kobolde, Orks oder Magie, sondern lediglich Muskeln, Waffen und ein bisschen Alchemie für die Hinterlistigen.

Age of Decadence Skillsystem (quelle: iron tower studios)

Age of Decadence – Stimmig, aber nicht schön

Das Spiel wirkt auf den ersten Blick hässlich. Auf den zweiten auch. Tatsächlich kann Age of Decadence zumindest in dieser frühen Early Access Phase nicht mit anderen RPGs mithalten. Doch immerhin ist das trostlose Setting gut verarbeitet und das Design kann zumindest atmosphärisch überzeugen. Die schlechte Grafik fällt aber auch deswegen nicht so ins Gewicht, weil sich das Spiel sowieso zu einem Großteil in den Textboxen abspielt. Lediglich die Kampfanimationen sollten noch verbessert werden. Momentan gibt es vom Entwickler Iron Tower Studio noch keinen konkreten Termin für einen Release jenseits des Beta-Status, doch bereits jetzt ist Age of Decadence für all jene einen Blick wert, denen Stimmung und Story sowie ein forderndes Kampfsystem wichtiger sind als Effekte, Sprachausgabe und episches Zauberloot.

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Über den Author: Cage
Cage ist der Strategie-Experte bei Computerspiele.com und außerdem bekennender FIFA-Fanboy.

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