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Urteil: Sacred 3

am 19.08.2014

Das Böse ist mal wieder erwacht. Diesmal treibt es unter dem Namen Sacred 3 sein Unwesen und sorgt bei ARPG- und Sacred Fans für lange Gesichter und ungläubiges Kopfschütteln. Außerdem steht Sacred 3 für so ziemlich alles, was in der Gaming-Industrie falsch läuft und absolut verachtenswert ist.
sacred-3 (Quelle: Deep Silver)

Ihr liebt Rollenspiele, Charakter Entwicklung, Skill Trees, das Sammeln von Loot und zieht gern durch eine offene Welt, die unzählige Abenteuer für euch bereit hält? Die ersten beiden Sacred Teile haben euch in ihren Bann gezogen und vielleicht bis heute nicht mehr losgelassen? Dann sucht schleunigst das Weite und straft Sacred 3 mit gnadenloser Nichtachtung. Denn der Entwickler Keen Games hat Sacred 3 zu einem banalen Action-Spiel verkommen lassen, das eingefleischten Sacred-Veteranen und ARPG-Fans absolut nichts zu bieten hat und viel besser bei den IOS-Spielen aufgehoben wäre.

Sacred 3 ist banal, langweilig und nervt

Mit diesem knapp zehn Stunden lange Cash-Grab wurde alles, was die Sacred Reihe bisher ausgemacht hat, gnadenlos in die Tonne getreten, um mit wenig Aufwand und dem Sacred Namen ordentlich Kohle zu scheffeln. Hier wurde komplexes Gameplay und eine offene Spielwelt mit banalem Button-Mashing und langweiligen Schlauch-Leveln ausgetauscht, die auch wunderbar in ein IOS-Spiel gepasst hätten. Nirgends im Spiel findet sich Loot, außer das Spiel ist so gnädig und spendiert euch an festgelegten Punkten eine neue Waffe oder levelt automatisch eure Rüstung auf. Auch die Charakter-Entwicklung hat gerade mal IOS-Niveau und ist im Vergleich mit den Vorgängern quasi nicht existent.

Interessante Skills oder passive Fähigkeiten sucht man zwischen all den langweiligen 50% mehr Schaden, 30% mehr Heilung etc. Skills vergebens. Zwar könnt ihr eure „Ausrüstung“ mit gefundenem Gold verbessern, aber auch hier ist absolute Einfallslosigkeit und Langeweile angesagt. Die Waffengeister, die ihr hin und wieder finden und aufleveln könnt, fallen übrigens in die gleiche Kategorie und nerven ganz nebenbei noch mit dummen Dialogen, die zu allem Überfluss auch noch im Sekundentakt wiederholt werden.

Gleiches gilt übrigens auch für euren weiblichen „Schutzengel“, der euch das ganze Spiel über “begleitet” und wirklich jeden Mist mit einem blöden Spruch kommentieren muss. Und glaubt mir, davon habt ihr die Schnauze schon nach dem ersten Level gewaltig voll. Ach ja, die Gegenstände, die man zum aufleveln der Waffengeister benötigt, werden auch nur per Zufall und sehr selten von den Gegnern fallen gelassen. Zu allem Überfluss werden sie dann natürlich auch noch automatisch und volkommen willkürlich auf eure Waffengeister verteilt. Dadurch lassen sich bestimmte Waffengeister nicht gezielt verbessern. Es wäre ja auch viel zu einfach, die Dinger auf den Waffengeist zu verteilen, den man gerade mit sich rumschleppt.

Das ist aber egal, da man Sacred 3 eh durchgezockt oder enttäuscht deinstalliert hat, bevor man auch nur einen dieser nervigen Waffengeister zur Hälfte verbessert hat. Auch hier muss also wieder ein ganz besonderes Genie an Sacred 3 herumgebastelt haben. Und falls euer Wille dadurch noch nicht gebrochen wurde, wird euch die unglaublich schlechte Keyboard- und Maus- Steuerung den Rest geben. An der Steuerung ist ganz klar zu erkennen, dass Sacred 3 einzig und allein für die Konsolen entwickelt wurde und der PC-Markt nichts weiter ist, als eine weitere Möglichkeit, ohne viel Aufwand Geld zu scheffeln.

Denn abgesehen davon, dass die Steuerung auf dem PC absolut keinen Sinn macht, spielt sich Sacred 3 auch nach 1-2 Stunden mit Keyboard und Maus immer noch beschissen und zwing euch regelrecht, einen Controller zu benutzen. Und siehe da, sobald ein Controller im PC steckt, lassen sich die Charaktere wunderbar kontrollieren.

Wir wollen nur euer Bestes. Also gebt uns gefälligst euer ganzes Geld

Und natürlich gibt es bei diesem 50 Euro Vollpreistitel auch noch einen amtlichen Batzen Day One DLC obendrauf. Dazu gehört eine Charakterklasse, die zwar im Trailer zu sehen, aber nur für drei Euro spielbar ist. Vier Extra-Missionen, die mit „Underworld“ auch noch dreister Weise den Namen der Sacred 1 Erweiterung tragen und mit fünf Euro zu Buche schlagen, stehen auch schon im Steam Store zum Kauf bereit. Ach ja, einen „besonderen“ Waffengeist könnt ihr euch für 0,99 Cent natürlich auch noch kaufen.

Und weil das alles noch nicht reicht, ist auf der In Game Map auch gleich das nächste DLC Level zu sehen. Zocken könnt ihr es allerdings erst, wenn es irgendwann mal zum Kauf bereit steht. Hier wurde eindeutig Content aus einem eh schon viel zu kurzen Spiel gestrichen, um die Zocker nochmal extra zu melken.

Abgesehen davon, dass Sacred 3 auch ohne das „Sacred“ im Namen ein absolut beschissenes Spiel ist, steht der Titel in meinen Augen für alles, was in der Gaming Industrie falsch läuft. Hier wird mir erneut sehr deutlich gezeigt, wie stark sich viele Publisher und Entwickler von den Gamern entfremdet haben. Wieder einmal geht es nur um Kohle und nicht darum, ein qualitativ hochwertiges Produkt an den Kunden zu verkaufen. Hier trifft komplettes Unverständnis von dem, was Gamer wollen, auf fehlendes Talent und höchstwahrscheinlich einen Publisher im Rücken, der keine Ahnung hat, was Sacred 1 & 2 so besonders gemacht hat. Aber Hauptsache der Name spült nochmal ordentlich Kohle in die Kassen. Alles andere ist erst mal Nebensache.

Doch wenn man sich die Kritiken und die Verkaufs-/Spielerzahlen auf Steam so anschaut, dann war Sacred 3 ein gewaltiger Griff ins Klo, der allen Beteiligten sehr teuer zu stehen kommen dürfte.

Und wer mal einen Blick auf die Seite des Entwicklers Keen Games wirft, wird feststellen, dass dort von Sacred 3 keine Spur mehr zu finden ist. Dafür finden sich dort andere Top Titel wie Jamie Oliver’s What’s Cooking?, Santa Claus Junior Advance, Pumuckl im Geisterschloss und Mr. Nutz: Hoppin’ Mad. Das sagt doch mehr als tausend Worte.

Unbended – Das Licht am Ende des Tunnels?

Wer trotzdem noch Bock auf ein ARPG hat, der sollte sich mal Unbended anschauen. Hier sitzen nämlich die Jungs und Mädels hinterm Programmiertisch, die auch schon für Sacred 1 & 2 zuständig waren. Die Ex-Ascaron-Zauberer möchten mit Unbended nämlich ein schickes ARPG auf die Beine stellen, das nicht nur viele Sacred Trademarks beinhaltet, sondern auch noch einige andere Überraschungen bereit hält. Und da niemand vom “alten Sacred Team” an der Entwicklung von Sacred 3 beteiligt war, gibt es auch keinen Grund, auf die Ex-Ascaron-Leutchen böse zu sein.

Laut dem FAQ hört sich Unbended jedenfalls richtig lecker an und es scheint fast so, als würden sich Hardcore ARPG Fans in der Welt von Undended absolut wohl fühlen. Ich werde Unbended auf jeden Fall im Auge behalten. Das Spiel ist zwar noch lange nicht fertig, aber ihr könnt ja einfach schon mal einen Blick auf die Seite von Unbended werfen.

Bis dahin gibt es ja immer noch Grim Dawn, das neue Forsaken Masters Update von Path of Exile, Torchlight 2, Diablo 2 & 3, The Incredible Adventures of Van Helsing 1 & 2 oder mal wieder eine Runde Titan Quest. Es ist ja nun nicht so, dass ARPG-Fans keine Auswahl hätten.

Und zwischen all diesen Perlen hat Sacred 3 zum Glück nichts zu bieten, was die Existenz des Spiels rechtfertigt. Also Finger weg von Sacred 3 und gebt euer Geld lieber woanders aus. Dann wird es nämlich ganz fix wieder in Vergessenheit geraten.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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