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Urteil: Dark Souls 2

am 01.05.2014

„Praise the sun!“ Die PC-Version von Dark Souls 2 wurde am 25. April auf die Zocker dieser Welt losgelassen, macht vieles besser als der Vorgänger, ist aber leider immer noch nicht ganz optimal. Ich habe mich durch düstere Dungeons, verlassene Ruinen und finstere Wälder gekämpft, um mir Dark Souls 2 auf dem PC mal etwas genauer anzuschauen.
Dark Souls 2 Logo (Quelle: Namco Bandai Games)

Das Wichtigste gleich vorweg. Diesmal ist die PC-Version von Dark Souls 2 auf jeden Fall das Nonplusultra, wenn man viel Wert auf Performance und Optik legt. Gegenüber der Konsolen-Fassung, die teilweise mit Framerate-Einbrüchen und Screen Tearing zu kämpfen hatte, läuft auf dem PC alles ganz geschmeidig und hat, zumindest bei mir, nicht ein einziges Mal Sperenzchen gemacht. Alle PC-Zocker, die immer noch Albträume von der hart missglückten PC-Umsetzung des Vorgängers haben, können also aufatmen. Der Entwickler FromSoftware hat es diesmal geschafft, eine recht ordentliche, wenn auch nicht ganz „perfekte“ PC-Umsetzung auf die Beine zu stellen.
Dark Souls 2 - Options (Quelle: FromSoftware)
Dark Souls 2 läuft konstant mit 60 FPS, hat schickere Texturen als die Konsolen-Version, kommt mit einem recht ordentlichen Optionsmenü für die Grafikeinstellungen daher und spielt sich mit Maus und Keyboard leider immer noch genauso beschissen. Letzteres scheint wohl in der Natur der Sache (oder besser gesagt des Genres) zu liegen und lässt sich ganz einfach beheben, indem man ein Gamepad in seinen PC stöpselt. Einem fröhlichen Drauflossterben sollte also nichts mehr im Weg stehen.

Dark Souls 2 – Zugänglicheres, aber genauso tödliches Seelensammeln

Als bekannt wurde, dass Hidetake Miyazaki nicht an der Entwicklung von Dark Souls 2 beteiligt sein wird, waren die Befürchtungen groß, dass sich Dark Souls 2 zu sehr von seinem grandiosen Vorgänger unterscheiden könnte. Und tatsächlich ist Dark Souls 2 einen Tick leichter und für Serien-Neulinge auch bedeutend zugänglicher geworden. Nichtsdestotrotz werden unvorsichtige Helden wieder am laufenden Band sterben und einen „Fuck You Dark Souls“ Moment nach dem nächsten erleben. Denn im Grunde genommen hat sich, bis auf einige Kleinigkeiten, erst mal nicht viel geändert. Und das ist auch gut so.

Ihr seid immer noch ein verfluchter Untoter, der keinen Plan hat, wo er ist und was er eigentlich machen soll. Wie schon in Dark Souls, kommt ihr der Geschichte nur durch die sehr spärlichen und kryptisch gehaltenen Dialoge der ortsansässigen NPCs auf die Schliche. Nach und nach erfahrt ihr also, dass ihr euch im „wunderschönen“ Drangleic befindet und am besten sofort damit anfangt, viele – und vor allem mächtige – Seelen zu sammeln. Denn nur so könnt ihr dem König einen Besuch abstatten. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie man am besten Seelen sammelt? Ganz einfach. Ihr killt einfach alles, was euch vor die Nase kommt und haut hin und wieder einen der unzähligen Bosse um. Das ist auch schon das ganze Geheimnis, um an Seelen zu kommen.
Dark Souls 2 - Fight (Quelle: FromSoftware)
Für die Seelen eurer Feinde habt ihr in Dark Souls 2 gleich mehrere Verwendungsmöglichkeiten. Zum einen nutzt ihr sie, um euren Charakter aufzulevel und zum anderen könnt ihr, bei den zahlreichen Händlern, schicke Ausrüstung oder andere Gegenstände kaufen. Spezielle Boss-Seelen könnt ihr zudem entweder benutzen, um eine stattliche Anzahl Seelen zu erhalten, oder ihr tauscht sie im späteren Spielverlauf, bei besonderen Händlern, gegen seltene Waffen ein. Also immer schön überlegen, wofür ihr eure Seelen aus dem Fenster schmeißen wollt. Besonders, da das Aufleveln eures Charakters mit jedem Mal ein gutes Stück teurer wird. Das fällt zwar zu Beginn des Spiels nicht ganz so stark ins Gewicht, wird aber etwas anstrengend, wenn man, wie ich, irgendwann eine halbe Million Seelen für einen einzigen Stärkepunkt benötigt.

Dark Souls 2 – Ist größer auch besser?

Dark Souls war ja damals schon ein recht umfangreiches Spiel. In Dark Souls 2 erwartet euren selbsterstellten Charakter allerdings ein Abenteuer, das noch mal ein ganzes Stück umfangreicher geworden ist. Mehr Areale, die teilweise recht ausufernd sind, mehr Gegner, mehr Ausrüstung, mehr NPCs und leider auch viel mehr Bosse. Das Leider bezieht sich bei den Bossen jedoch nicht auf die Tatsache, dass die Kämpfe hammerhart sind, sondern auf die teilweise doch recht einfallslose Erscheinung der Obermuftis. Denn so schick und abwechslungsreich das Welt-, Waffen- und Rüstungs-Design auch sein mag, so langweilig ist leider auch ein Großteil der Bosse. Das geht sogar so weit, dass es neben der zigtausendsten Ausführung eines „Typen in Rüstung“ sogar einen Bosskampf gibt, der eine eins zu eins Kopie des Gargoyle-Kampfes aus dem Vorgänger ist. Nur diesmal eben mit fünf anstatt zwei Viechern. Das ist besonders schade, wenn man bedenkt, wie viele großartige Bosskämpfe in Dark Souls zu finden waren.

Trotzdem gibt es auch in Dark Souls 2 den ein oder anderen imposanten Boss. Nur eben leider auch zu viele Lückenfüller. Hier frage ich mich hin und wieder, ob es nicht besser gewesen wäre, das Spiel einen Tick kleiner zu gestalten, um nicht so viel Platz mit Bossen füllen zu müssen. Allerdings hätte dann wohl auch die Anzahl der Geheimnisse gelitten, von denen es dank der großen Spielwelt einen ganzen Haufen zu entdecken gibt.
Dark Souls 2 - Tower (Quelle: FromSoftware)
Das „Level-Design“ ist bis auf einige Ausnahmen sehr gut gelungen und nimmt besonders im späteren Spielverlauf ordentlich Fahrt auf. So kämpft ihr euch zum Beispiel durch nebelige Wälder, in denen ihr keine 3 Meter weit gucken könnt, stapft durch einen unterirdischen See, quält euch durch giftverseuchte Höhlen oder sucht modrige alte Ruinen nach wertvollen Gegenständen ab. Dabei findet ihr immer wieder lebenswichtige Lagerfeuer, an denen ihr euch zu allen vorher freigeschalteten Lagerfeuern teleportieren könnt. Das mag alten Serien-Veteranen vielleicht zu „casual“ sein, stellt schlussendlich aber ein angenehmes Stück „Lebensqualität“ im sonst so unfreundlichen Drangleic dar. Ein weiteres Stück „Lebensqualität“ ist die Möglichkeit seine Statuspunkte zurückzusetzen und neu verteilen zu können. Auch hier werden alte Hasen wahrscheinlich wieder ganz laut „casual“ schreien. Ich bin über diese Möglichkeit aber ganz froh und das, obwohl ich auch seit Demon Souls ein alter Souls-Hase bin. Denn dadurch habe ich die Möglichkeit, Fehler bei meiner Charakter-Entwicklung auszumerzen und mich unter Umständen sogar komplett auf neue Rüstungen oder Waffen zu spezialisieren.
Drak Souls 2 - Stats (Quelle: FromSoftware)
Bei den Online-Features bleibt aber alles beim Alten. Es besteht wieder die Möglichkeit verschiedenen Covenants beizutreten, die sich entweder auf PVP oder PVE konzentrieren. Ihr könnt immer noch anderen Spielern das Leben schwer machen, indem ihr deren Welt einen Besuch abstattet und ihr bekommt hin und wieder selbst unangenehmen Besuch von anderen Spielern. Der Multi Player-Teil des Spiels hat sich also nicht großartig verändert und strahlt immer noch einen ganz eigenen Charme aus. Besonders, da er sich nahtlos in das Single Player Spiel mit einfügt. Es ist nach wie vor merkwürdig beruhigend, die Silhouetten anderer Spieler am Lagerfeuer sitzen zu sehen, oder zuzuschauen, wie unvorsichtige Spieler das Zeitliche segnen. Natürlich kann man auch wieder mit Freunden zocken, solange die Charaktere nicht zu große Unterschiede in der Level-Stufe aufweisen.

Dark Souls 2 ist richtig gut geworden

Die Angst, dass Dark Souls 2 kein richtig harter Souls-Teil wird, hat sich zum Glück als unbegründet herausgestellt. Wobei ich schon sagen muss, dass ich durch Dark Souls 2 bedeutend leichter marschiert bin als durch die zwei Vorgänger. Vielleicht liegt das aber auch einfach an meiner Souls-Erfahrung. Jedoch werde ich das Gefühl nicht los, dass Dark Souls 2 nicht ganz so knackig schwer ist wie Dark Souls. Wie dem auch sei.

Souls-Fans finden auch in Dark Souls 2 wieder alles, was die Serie so besonders macht. Das Spiel ist immer noch bockschwer, belohnt neugierige Spieler mit schicken Gegenständen (diesmal sogar noch mehr als vorher), hat auch wieder eine großartige, wenn auch nicht so dunkle Atmosphäre und hält besonders für das New Game Plus einige nette Überraschungen parat. Dark Souls 2 ist ein wahres Content-Monster und sollte Fans und Neulingen der Serie über einen langen Zeitraum ordentlich was zum Zocken bieten. Wer also Bock auf ein gutes Action-Rollenspiel hat und auch kein Problem damit hat, mal ordentlich eine aufs Maul zu bekommen, der sollte sich Dark Souls 2 auf keinen Fall entgehen lassen.
Dark Souls 2 - Majula (Quelle: FromSoftware)
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings doch noch. Als Dark Souls 2 damals auf der E3 vorgestellt wurde, konnten besonders die großartigen Lichteffekte im Trailer überzeugen. Verständlicherweise war der Aufschrei groß, als in der Konsolen-Version nichts mehr davon zu sehen war. Wer jetzt denkt, dass die PC-Version mit den schicken Lichteffekten des Trailers daherkommt, der wird hart enttäuscht sein. Denn bis auf die, am Anfang des Artikels, genannten Vorteile, hat sich an der Präsentation des Spiels nichts geändert und die imposanten Lichteffekte sind nach wie vor verschwunden. Das ist sehr schade, denn die Fackeln, die bei dem Licht- und Schattenspiel eine bedeutende Rolle spielen sollten sind immer noch im Spiel, werden aber nicht in dem Ausmaß genutzt, wie es ursprünglich gedacht war. Da wurde viel Potenzial zu Gunsten der Konsolen in die Tonne getreten. In einem Interview haben die Entwickler nämlich erklärt, dass sie wegen der Performance auf den Konsolen gewisse Abstriche beim Spiel machen mussten. Das trübt zwar meinen Spielspaß nicht, ist aber trotzdem etwas schade.

Dark Souls 2 bekommt von mir aber trotzdem einen fetten Daumen nach oben, da ich einfach unheimlich viel Spaß in Drangleic habe.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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