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Urteil: Child of Light

am 08.05.2014

Das neuste Spiel von Ubisoft hört auf den klangvollen Namen Child of Light, ist ein nettes kleines Rollenspiel und sieht verdammt gut aus. Ob sich das märchenhafte Child of Light genauso gut spielt wie es aussieht, verrate ich euch in meinem Urteil.
Child of Light - Logo (Quelle: Ubisoft)

Child of Light macht mir von Anfang an klar, dass ich es hier nicht mit typischer Rollenspielkost zu tun habe. Auroa, die Heldin des Spiels mit der feuerroten Mähne, ist die Tochter eines Königs und gerade gestorben. Das ist aber halb so wild, da Aurora im märchenhaften Lemuria wieder aufwacht und sich direkt daran macht, einen Weg zurück zu ihrem Vater zu finden. Der arme Kerl kommt nämlich vor lauter Trauer fast um, und da kann die herzensgute Aurora natürlich nicht tatenlos zusehen
Child of Light - Intro (Quelle: Ubisoft)
Child of Light strahlt gleich zu Beginn eine tiefe Melancholie und Ruhe aus, wie sie heutzutage in Spielen nur selten zu finden ist. Und auch der Gameplay-Mix aus Plattformer, Puzzler und leichtem Rollenspiel sorgt dafür, dass ich mich nie mit zu komplizierten Spielmechaniken herumschlagen muss. Stattdessen kann ich die wunderschöne Welt von Child of Light einfach auf mich wirken lassen und die vielen unterschiedlichen Schauplätze genießen. Denn die Stärken von Child of Light liegen nämlich nicht unbedingt im Gameplay, sondern viel mehr in der Präsentation, die mich immer wieder an die Bücher aus meiner Kindheit erinnert.

Child of Light – Wunderschön, aber einfach gestrickt

Die großartige Grafik, die im Wasserfarben-Stil alter Märchenbücher daherkommt, lässt mich noch tiefer und emotionaler in die Welt von Child of Light eintauchen. Ich habe immer wieder das Gefühl, mich durch die lebendig gewordene Märchenwelt der Gebrüder Grimm zu bewegen und werde regelmäßig an die traurigen Märchen von Hans Christian Andersen erinnert. Da stört es mich auch nicht, dass die Geschichte von Child of Light relativ simpel gehalten wurde. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte um eine kleine Prinzessin, die einer bösen Hexe das Handwerk legen möchte, fügt sich nahtlos in das Geflecht aus Musik- und Bilderrausch mit ein.
Child of Light - Village (Quelle: Ubisoft)
Schade ist nur, dass der Schwierigkeitsgrad von Child of Light ähnlich simpel gehalten wurde. Rätsel lassen sich in Sekundenschnelle lösen, Kämpfe sind keine Herausforderung und es finden sich überall Möglichkeiten, Aurora wieder komplett zu heilen. Das ganze Spiel ist auf dem voreingestellten Schwierigkeitsgrad einfach viel zu leicht und sollte daher, von erfahreneren Zockern sofort auf das Maximum gestellt werden.

Natürlich besteht Child of Light nicht nur aus atemberaubender Grafik und wunderschönen Schauplätzen, sondern hat auch einiges an Gameplay zu bieten. Allen voran ist da natürlich das Kampfsystem. Hier hat sich Ubisoft an japanischen Rollenspielen der alten Schule orientiert und hat den Spaß noch mit einer ganz eigenen Note verfeinert. Ähnlich wie bei älteren Final Fantasy Spielen (FF 4, FF VI oder FF VII) laufen Kämpfe in einem runden basierendem System ab.
Child of Light - Battle (Quelle: Ubisoft)
Am unteren Bildschirmrand gibt es eine Leiste, die anzeigt, wer als nächsten angreifen kann. Hier kommt dann aber Ubisofts eigener Twist mit ins Spiel. Aurora kann nämlich, mit Hilfe ihres kleinen Begleiters, Gegner verlangsamen und so die Reihenfolge der Angriffe durcheinander bringen. Außerdem ist es möglich, Angriffe von Gegnern direkt zu unterbrechen. Hierzu muss man einfach nur den Gegner angreifen, während sich sein Icon im roten Bereich der Leiste befindet. Gleiches gilt übrigens auch für den Spieler. Dadurch hat Ubisoft es geschafft, dem Kampfsystem etwas taktische Tiefe zu verpassen, ohne dass es unnötig verkompliziert wurde.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit dem Rest des Spiels. Wie in jedem anderen Rollenspiel kann man Aurora und ihre Begleiter aufleveln und in unterschiedlichen Kategorien weiterentwickeln. Von magischer Heilung und elementare Magie, über stärkere Angriffe bis hin zu permanenten Statusveränderungen, ist im Level-System von Child of Light alles vorhanden, was man auch aus anderen Rollenspielen kennt. Wirklich viel Freiraum hat man bei der Charakterentwicklung allerdings nicht. Im Grunde genommen gibt es drei Pfade, in die man Punkte investieren kann. Entweder spezialisiert man sich also auf einen Pfad und wird ein mordsmäßiger Magier oder Kämpfer. Oder man steckt in jeden Pfad ein paar Punkte und kann von allem etwas. Nur eben nichts so wirklich richtig.
Child of Light - Skill Tree (Quelle: Ubisoft)
Und was gibt es sonst noch so? Von allem ein bisschen. Es gibt Rätsel, Nebenaufgaben, viel Kram zum Sammeln und recht interessante Bosskämpfe. Ausrüstung gibt es in Child of Light allerdings nicht. Dafür findet man lauter bunte Steinchen, die man kombinieren kann und mit denen man die Helden anschließend ausrüstet. Je nachdem welche Farbe man wo rein packt, erhält der Charakter andere Boni. Packt man zum Beispiel einen roten Stein in die Waffe eines Charakters, bekommt die Waffe Feuerangriffe spendiert. Packt man den gleichen Stein allerdings in die „Rüstung“, bekommt der Charakter erhöhten Widerstand gegen Feuerangriffe. Das ist eine nette Idee, die auch diesmal wieder relativ simpel gehalten wurde und niemals zu kompliziert wird.

Child of Light – Lasst euch einfach mal verzaubern

Child of Light ist toll. Das ist aber nicht mal unbedingt dem Gameplay zu verdanken, sondern vielmehr ist es das Gesamtpaket, das mich überzeugen konnte. Ehrlich gesagt hat mich das simple Gameplay von Child of Light nicht unbedingt an den Monitor fesseln können. Ich bin sogar der Meinung, dass, wenn Child of Light ein typisches Rollenspiel mit allen Pros und Cons des Genres wäre, ich das Spiel relativ fix links liegen gelassen hätte. Aber zum Glück sieht die Sache bei Child of Light ja etwas anders aus.
Child of Light - Dialog (Quelle: Ubisoft)
Ubisoft ist sich nämlich sehr bewusst, was Child of Light sein soll und hat erst gar nicht versucht, zu viele Ideen und Mechaniken in das Spiel mit einzubauen. Und das tut dem Spiel unheimlich gut. Die großartige Präsentation wird durch das märchenhafte Setting und das simple Gameplay ideal ergänzt. Was dabei rauskommt, ist ein kleines Rollenspiel mit ganz viel Herz, das keinen unnötigen Ballast mit sich rumschleppt. Genau das Richtige also, um mal abzuschalten, den Alltag draußen zu lassen und sich von einer fremden, wunderschönen, wenn auch teilweise sehr melancholischen, Märchenwelt verzaubern zu lassen.

Also schnappt euch Child of Light. Ihr werdet es nicht bereuen.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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