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Urteil: Bound by Flame

am 14.05.2014

Das Action-Rollenspiel Bound by Flame will viel, ist dabei nur bedingt erfolgreich und hätte so viel mehr werden können. Das neuste RPG der Spiele-Schmiede Spiders zeigt leider sehr deutlich, dass aus vielen guten Ideen nicht immer ein großartiges Spiel wird. Ob Bound by Flame ein Totalausfall ist oder auch seine gute Seiten hat, lest ihr in den folgenden Zeilen.
Bound by Flame - Logo (Quelle: Spiders)

Das Entwicklerstudio Spiders hat mit den Spielen Faery: Legends of Avalon, Of Orcs and Men und Mars: War Logs eine recht ausgedehnte Rollenspiel-Vergangenheit. Das Problem ist nur, dass keines dieser Spiele auf ganzer Linie überzeugen konnte. Sicher, die Ideen waren gut und es gibt eine Menge Spiele, die um Längen schlechter sind, aber der richtige Knaller war für Spiders bis jetzt noch nicht dabei. Und das wird sich wohl auch mit Bound by Flame nicht ändern.
Spider Logo (Quelle: Spiders)
Denn auch Bound by Flame hat mit den typischen Spiders-Krankheiten zu kämpfen. Die Geschichte um die Ice Lords und einen, von einem Feuerdämon besessenen, Krieger namens Vulcan ist durchaus nett und auch das Craftingsystem, die Dialogführung und das Kampfsystem zeigen den Willen ein komplexes Spiel zu erschaffen. Das Problem ist nur, dass Spiders Schwierigkeiten hat, all diese Ideen gut umzusetzen und in ein ordentliches Paket zu packen. Aber wenn ich mir die älteren Rollenspiele der Jungs so anschaue, sind sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Ich glaube, dass mit etwas mehr Kohle, Zeit und evtl. auch noch dem ein oder andern extra Talent, Spiders nächstes Rollenspiel richtig gut werden könnte. Das Potenzial ist dafür definitiv vorhanden. Aber was ist denn nun eigentlich mit Bound by Flame?

Bound by Flame: Gute Ansätze, aber eine verkorkste Umsetzung

Mein Kopf sagt mir sehr deutlich, dass ich Bound by Flame nicht annähernd so gut finden dürfte, wie ich es tue. Denn all die guten Ansätze, die man in dem Spiel findet, werden durch genauso viele Stolpersteine sofort wieder zu Nichte gemacht. Das geht schon bei der Charaktererstellung los. Zu Beginn des Spiels habt ihr nämlich die Möglichkeit, euren eigenen Charakter zu erstellen. Aber bis auf dreieinhalb Gesichter, euer Geschlecht und zweieinhalb Frisuren gibt es nichts, womit ihr euren Charakter großartig individualisieren könnt. Das ist etwas schade, da die Grafik in Bound by Flame recht ordentlich anzuschauen ist und mit teilweise sehr schicken Texturen überzeugt. Auch das Design der Figuren, der Welt und der Ausrüstung eures Charakters, weiß durchaus zu gefallen. Wie dem auch sei. Nachdem ihr euch euren Charakter zusammengebastelt habt, geht euer Abenteuer auch schon ohne große Umschweife los.
Bound by Flame - Fire (Quelle: Spiders)
Ihr müsst mit einigen kampferprobten Kollegen dafür Sorge tragen, dass die Deadwalker (wieder mal Untote) nicht in einen Tempel einfallen, in dem eine Gruppe betender Freaks gerade irgendein Ritual vollzieht. Und wie es sich für ein ordentliches Computerspiel nun mal so gehört, geht natürlich alles schief. Die Untoten stehen vor der Tür, und ihr befindet euch ruck zuck im Tutorial. Hier werdet ihr auch schon mit dem nächsten Schwachpunkt des Spiels konfrontiert. Nämlich dem Kampfsystem.

Grundsätzlich ist die Idee mit den verschiedenen Kampfarten ja gar nicht mal schlecht. Entweder packt ihr eine fette Zweihandwaffe aus, um die Gegner mit mächtigen Angriffen und Tritten platt zu machen, oder ihr schnappt euch zwei Dolche und erledigt euer Gegenüber mit vielen schnellen Angriffen und weicht nebenbei noch geschickt aus. Ach ja, Feuermagie steht euch auch noch zur Verfügung. Leider klappt das mit dem Kämpfen aber nur bedingt. Zum einen teilen die Gegner unheimlich viel Schaden aus und haben zudem noch viel zu viel Lebensenergie, und zum anderen macht die Steuerung nicht immer das, was sie eigentlich soll. Wenn dann zu allem Überfluss noch mehr als zwei Gegner am Start sind, kann man durchaus schnell im Game Over-Bildschirm landen. Und auf die KI eurer Begleiter solltet ihr euch am besten gar nicht erst verlassen. Denn die liegen schneller im Dreck, als ihr Hilfe schreien könnt. Und während des Kampfes könnt ihr ihnen auch nicht wieder auf die Beine helfen.
Bound by Flame - Fight (Quelle: Spiders)
Zwar erinnert das Kampfsystem manchmal ein bisschen an die Souls Reihe und versucht auch in gewissen Punkten Tiefe in die Prügelei zu bringen, knickt aber leider knallhart ein und wird schlussendlich zu dem Part, der an Bound by Flame am wenigsten Spaß macht. Was mir in Bound by Flame allerdings recht gut gefällt, sind die Gespräche mit den NPCs.

Die Dialogführung in Bound by Flame ist ganz cool und erinnert mich das ein oder andere Mal an die Gothic-Serie. Da ist es dann etwas schade, dass ein Großteil der NPCs und eurer Begleiter aus absoluten Arschlöchern besteht. Ich glaube, ich habe noch nie so viel unsympathische Zeitgenossen in einem Rollenspiel auf einem Haufen gesehen. Und das schließt den Helden mit ein. Besonders bei ihm habe ich immer wieder das Gefühl, als quatsche da ein vorlauter Bengel, der unbedingt mal eine aufs Maul haben möchte. Aber naja, dafür ist der Dämon, der von dem Helden Besitz ergriffen hat, umso sympathischer. Trotzdem macht es Spaß die unterschiedlichen Dialogoptionen auszuprobieren und zu sehen, welche Auswirkungen sie im weiteren Verlauf des Spiels haben. Denn Entscheidungen spielen in Bound by Flame eine wichtige Rolle und sollten immer mit Bedacht getätigt werden.
Bound by Flame - Skill Trees (Quelle: Spiders)
Und der Rest des Spiels besteht aus der gewohnten Rollenspielkost. Ihr zieht durchs Land und folgt einer nur mäßig interessanten Geschichte, nehmt Nebenaufgaben an, erlernt neue Fähigkeiten und stellt euer eigenes Equipment her. Das alles passiert in einer Welt, die nicht komplett frei begehbar ist, sondern von ihrem Aufbau eher an Spiele wie The Witcher 2 oder Mass Effect erinnert. Eine kleine Besonderheit von Bound by Flame besteht noch darin, das ihr hin und wieder Entscheidungen treffen müsst, die sich direkt auf euer Erscheinungsbild auswirken. Denn der Dämon, der von euch Besitz ergriffen hat verfolgt natürlich seine ganz eigenen Ziele. Und je nachdem, wie ihr euch in bestimmten Situationen verhaltet, bricht eure dämonische Seite mehr und mehr hervor. Neue Stärken und Schwächen gibt es dann noch obendrauf. Das geht irgendwann sogar soweit, dass euch Hörner wachsen und ihr keinen Helm mehr aufsetzen könnt. Allerdings könnt ihr euch dem Dämon auch verweigern und weiterhin als Mensch durch die Gegend latschen. Aber das ist eh nur was für Pussys und außerdem langweilig.

Bound by Flame – Warum mag ich das Spiel eigentlich?

Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich Bound by Flame nicht guten Gewissens weiterempfehlen würde. Das liegt einfach an all den Fettnäpfchen, in die Bound by Flame tritt und die man irgendwann leider nicht mehr ignorieren kann. Allerdings gibt es bei Bound by Flame ein großes, wenn auch etwas zögerliches ABER..

Denn ich mag Bound by Flame trotzt all seiner Macken und habe komischerweise Spaß an dem Spiel. Denn bei Bound by Flame merkt man einfach sehr deutlich, dass hier ein Entwickler am Werk ist, der das Genre liebt und Großes mit seinen Spielen vorhat. Leider fehlt es Spiders entweder an Geld und Zeit oder einfach an Talent, um aus all diesen guten Ideen und netten Einfällen ein Spiel zu machen, das auch neben Genre-Größen wie Mass Effect, Dragon Age oder The Witcher bestehen kann. Denn von all den eben genannten Spielen sind in Bound by Flame Elemente zu finden, die aber leider nicht mit der gleichen Finesse umgesetzt wurden. Egal, ob es die Entscheidungen bei den Dialogen sind, die an Mass Effect erinnern, das Dragon Age ähnliche Setting oder die Spielstruktur, die Erinnerungen an die The Witcher Spiele wachruft. All das ist in Bound by Flame eigentlich vorhanden, nur noch nicht so ausgereift wie bei den großen Kollegen.
Bound by Flame - Elves (Quelle: Spiders)
Bound by Flame ist für Spiders trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung. Ich würde sehr gern sehen, zu was das Entwicklerstudio noch fähig ist, wenn man ihm die Kapazitäten zukommen lässt, die nötig sind, damit sich das Studio mal richtig austoben kann. Denn alles in Bound by Flame deutet darauf hin, dass hier unheimlich viel Potenzial vorhanden ist, welches nur noch nicht richtig kanalisiert werden kann.

Solltet ihr euch Bound by Flame nun zulegen oder nicht? Wenn ich ganz ehrlich bin, eher nicht. Aber wenn ihr unbedingt ein neues Rollenspiel braucht und euch um Kohle keinen Kopf machen müsst, würde ich sagen, dass ihr euch das Spiel ruhig kaufen könnt. Wenn ihr euch aber überlegen müsst, wofür ihr euer Geld ausgebt, dann wartet lieber auf einen Steam Sale und legt es euch dann zu. Schade drum, aber so ist es nun leider mal.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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