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Urteil – Batman: Arkham Origins Singleplayer

am 07.11.2013

Alle Jahre wieder steht ein neues Call of Duty vor der Tür. Hoffentlich passiert uns jetzt nicht das gleiche mit dem Millionär im Fledermaus-Kostüm. Denn wir wissen ja nur zu gut wie das enden kann.
Batman: Arkham Origins - Logo (Quelle: Warner Bros. Montreal)
Ob Batman Arkham Origins nahtlos an die Qualität der beiden Vorgänger anknüpfen kann, könnt ihr hier lesen.

Batman: Arkham Asylum hat im Jahr 2009 deutlich gezeigt, wie ein „Superhelden-Spiel“ auszusehen hat. Mit Batman: Arkham City hat Entwickler Rocksteady im Jahr 2011 die Erfolgsformel verfeinert, den geflügelten Rächer in eine offene Welt verfrachtet und erneut ein großartiges Batman-Spiel auf den Markt gebracht. Bei beiden Titeln waren sich Fans und Presse darüber einig, dass wir es hier mit etwas ganz Besonderem zu tun haben.

Nun ist mit Batman: Arkham Origins der dritte Teil der Serie erschienen, der auch wunderbar als Add On zu Batman: Arkham City funktioniert hätte. Denn im Grunde genommen, haben wir es hier mit dem gleichen Spiel zu tun, das nur eine geringfügige Weiterentwicklung zu verzeichnen hat. Aber was bei Call of Duty klappt, kann ja woanders nicht schief gehen. Besonders wenn man so ein solides Grundgerüst hat wie das der beiden Vorgänger.

50 Millionen für eine Fledermaus

Jeder fängt mal klein an. So auch unser geflügelter Freund. Batman ist noch recht frisch in der Verbrecherbekämpfung unterwegs und mehr oder weniger eine urbane Legende, die den Bösewichten von Gotham City zu schaffen macht. Nichts desto trotzt, hält der Drogenbaron Black Mask einen ordentlich Batzen Kohle für denjenigen parat, der es schafft, Batman zu erledigen. Genauer gesagt gibt es 50 Millionen Dollar, wenn die Fledermaus bis Heiligabend tot im Schnee liegt.

Das ist Grund genug für acht Killer, zu denen auch Bane und Deathstroke gehören, unseren maskierten Helden quer durch Gotham zu jagen. Da die Polizei mit der ganzen Geschichte etwas überfordert ist, wird kurzerhand eine Ausgangssperre verhängt, damit nicht lauter unschuldige Bürger aus Versehen eins auf die Mütze bekommen. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, mischt sich auch noch unser fies grinsender Lieblingspsycho-Clown in den ganzen Spaß mit ein. Das sollte für eine knapp 12 Stunden lange Haupthandlung reichen. Rechnet man die ganzen optionalen Nebenaufgaben dazu, schnellt die Stundenzahl noch mal ganz gewaltig in die Höhe.

Déjà-vus vom Feinsten und kaum Neuerungen

Batman: Arkham City war damals ein gewaltiger Schritt nach vorn für die noch junge Arkham Reihe. Bei Batman: Arkham Origins sieht die ganze Sache leider etwas anders aus. Ich habe immer das Gefühl, einen umfangreicheren DLC für Batman: Arkham City zu spielen. Auch wenn die Stadt diesmal ein ganzes Stück größer ist. Die Stadt wirkt wie eine eins zu eins Kopie des Vorgängers und die Ausgangssperre sorgt dafür, dass Gotham City diesmal ziemlich leblos wirkt. Zwar hat Gotham in Arkham City auch nicht unbedingt vor Leben gesprüht, aber diesmal wirkt die Stadt noch ein ganzen Stück lebloser. Auch beim Kampf und dem Level Up System ist so ziemlich alles beim Alten geblieben. Es gibt zwar einige neue Spielzeuge, das Gameplay wird dadurch aber nicht sonderlich verändert.

Eine der wenigen Neuerungen ist zum Beispiel das Fast Travel System. Nachdem ihr in bestimmten Arealen der Stadt die sogenannten Enigma Türme von ihren Störsignalen befreit habt, könnt ihr in einer kleinen Zwischensequenz mit eurem Batwing schnell zwischen diesen Punkten hin und her reisen. Ihr könnt den Batwing zwar nicht selbst steuern, aber praktisch ist es allemal. Vor allem wegen dieser verflucht langen Brücke, die das „alte“ Gotham mit dem Teil der Stadt verbindet, der in Arkham City später abgeriegelt wird.

Eine weitere Neuerung ist das etwas umfangreichere Einsetzen von Batmans Detective-Skills. Wie schon in den Vorgängern, könnt ihr auch diesmal wieder in eurer hübsch blauen Detektivsicht herumlaufen und euch so besonders interessante Punkte anzeigen lassen. Allerdings gibt es diesmal noch Tatorte, an denen euch eine holografische Kopie des Verbrechens angezeigt wird. Dieses Verbrechen wird dann zurückgespult und ihr könnt euch frei durch den Raum bewegen, um das Verbrechen nach und nach aufzudecken. Leider hört sich das alles spannender an, als es schlussendlich ist.

Denn ihr müsst lediglich wie ein Lemming auf Pfeile zulaufen, die euch schrittweise durch das Verbrechen führen. Nebenbei hört ihr, wie Batman den Vorgang des Verbrechens in seinem Kopf rekonstruiert. Das war es auch schon. Es ist zwar etwas „komplexer“ als im Vorgänger, aber das komplette Potenzial dieser Idee wird leider nicht ausgeschöpft. Hier wäre noch mehr drin gewesen.

Ansonsten spielt sich eigentlich alles wie im Vorgänger, und wer den gespielt hat, der wird leider kaum das Gefühl haben, hier ein komplett neues Spiel vor sich zu haben.

Es ist schon erschreckend wie gleich sich diese beiden Spiele teilweise sind. Zwar hat Arkham Origins eine neue Geschichte, diese hat aber das gleiche Problem wie schon die aus Arkham City. Durch die vielen Charaktere, die manchmal genauso schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind, wirkt die Handlung teilweise etwas zerstückelt. Allerdings ist die Handlung alles andere als schlecht, streckenweise mächtig interessant und kann bis zum Ende fesseln.
Batman: Arkham Origins - Batarang (Quelle: Warner Bros. Montreal)
Die neuen Sprecher für Batman und Joker machen übrigens einen wirklich großartigen Job. Bei den anderen Sprechern kann das von wirklich gut bis gekünstelt variieren. Ich gehe dabei allerdings von den Original-Sprechern aus und kann zur deutschen Synchronisation leider nichts sagen.

Das schwächste Spiel der Arkham Reihe

Batman: Arkham Origins macht mir ganz schön zu schaffen. Am liebsten würde ich das Spiel mit wehenden Bannern empfehlen, da ich die Arkham Reihe verdammt unterhaltsam finde. Leider gibt es aber viele Punkte, die Batman: Arkham Origins zum schwächsten Ableger der Arkham Reihe machen.

Zum einen liegt es einfach daran, dass Arkham Origins kaum Neuerungen vorzuweisen hat und in großen Teilen dem Vorgänger fast eins zu eins gleicht. Ich habe zum Beispiel keine Lust, die gleiche Stadt erneut zu erforschen und auch das Gameplay, das ich aus den beiden Vorgängern zur Genüge kenne, kann mich in keinster Weise überraschen.

Hatte ich bei Arkham City noch das Gefühl etwas neues zu erleben und den Drang alle Geheimnisse zu entdecken, so bin ich bei Arkham Origins einfach nur der Handlung gefolgt, da sich der Rest des Spiels einfach zu bekannt angefühlt hat.

Die Neuerungen, die Batman: Arkham Origins vorzuweisen hat, sind zwar recht nett, aber nicht groß genug, um als Weiterentwicklung der Serie zu gelten. Warner Bros. Montreal zollt der Serie zwar den nötigen Respekt, ist in meinen Augen aber zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Dadurch ist ein Spiel entstanden, das zwar immer noch gut ist, aber als Teil der Arkham Serie etwas abfällt.
Batman: Arkham Origins - Armoured Enforcer (Quelle: Warner Bros. Montreal)
Außerdem muss ich noch erwähnen, dass die PC-Version leider mit recht vielen Bugs zu kämpfen hat, die in manchen Fällen sogar euer Vorankommen komplett behindern können. Bis das Spiel ordentlich durch gepatched wird, sind die offiziellen Foren oder das Steam Forum wie immer gute Anlaufstellen, um Workarounds zu finden. Die allgemeine Performance des Spiels ist bei der gebotenenen Grafikpracht aber überraschend flüssig.

Batman: Arkham Origins bekommt von mir einen zögerlichen Daumen nach oben. Wer die Serie mag und einfach nur mehr vom Gleichen möchte, der wird hier definitiv fündig.

Wer gehofft hat ein Spiel zu bekommen, das die Serie weiterentwickelt, der wird enttäuscht sein. Im Endeffekt bleibt alles wie gehabt, und ihr bekommt mit Batman: Arkham Origins ein recht solides Arkham Spiel mit schicker Grafik, dass hin und wieder großartige Momente vorzuweisen hat.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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