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Urteil: Aliens Colonial Marines

am 12.02.2013

Jeder mag die Alien-Aliens. Ich meine das jetzt nicht auf eine sympathische und auch nicht auf irgendeine krankhaft amouröse Weise, sondern vielmehr als Ausdruck ehrlichen Bewunderns, wie es eine fiese und schleimige Spezies schafft, auch nach Jahrzehnten noch Interesse und Neugier bei Filmliebhabern und Gamern zu erzeugen. Genau deswegen habe ich Mitleid mit den Viechern, denn Sega und Gearbox haben es geschafft, ein Spiel, auf das Hunderttausende weltweit jahrelang gewartet haben, mal so gründlich zu verpatzen.
Aliens Colonial Marines Bosskampf (quelle: sega)

Commander, wir verlieren Atmosphäre

Aliens Colonial Marines ist ein schwaches Spiel. Es ist hässlich, es ist stupide, es ist langweilig und es haut jedem ernsthaften Spieler eine Enttäuschung nach der anderen um die Ohren. Dabei beginnt es ja gar nicht mal so schlecht. Als Mitglied einer Rettungsmission für die havarierte USS Sulaco sind wir gezwungen, zunächst allein an Bord des Schiffes zu gehen, weil die Verbindungsbrücke durch einen Unfall beschädigt wird. In den ersten Minuten stolpern wir also ohne Unterstützung mehr oder weniger ahnungslos durch die verlassenen Korridore der Sulaco und vernehmen immer mal wieder das nervenaufreibende Piepen des berühmten Motion Trackers. Wenn das ganze Spiel so ablaufen würde, könnte man über die technischen und vor allem grafischen Mängel glatt hinwegsehen. Leider finden wir aber sehr bald weitere Truppmitglieder und sind so gut wie nie allein auf dem Schiff. Das Schlimmste jedoch ist: Unsere Kameraden scheinen unsterblich zu sein oder haben zuviel Knoblauch gegessen, denn irgendwie wird immer nur der Spieler angegriffen und alle anderen Soldaten gehen höchstens mal kurz in die Knie. Es gibt für einen angeblichen Horror-Grusel-Schocker-Shooter aber nunmal nichts Bescheuerteres als unbesiegbare Begleiter. Wie soll denn da eine bedrohliche Atmosphäre aufkommen?

Call of Duty – Alien Assault

Die USS Sulaco ist in der filmischen Vorlage ein doch recht großes Schiff mit vielen Gängen und Korridoren, in denen man sich entweder verlaufen kann oder überraschend von oben, unten, hinten oder der Seite von hungrigen Aliens attackiert wird. In Aliens Colonial Marines hingegen ist die Sulaco ein gescripteter Schlauch mit hunderten von Aliens, die alle nach wenigen Treffern tot zusammensinken. Kaum einmal flieht so ein Vieh vor uns, um dann überraschend hinter uns wieder aufzutauchen. Munition, Rüstung und Heilungspacks liegen großzügig verstreut herum, so wie in beinahe jedem anderen Shooter. Hier hätte etwas Mut zur Innovation gut getan. Missionen oder Nebenaufgaben sind Mangelware und sind auf ideenloses Gerenne von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt begrenzt. Kontrollpunkt! Wenn ich das schon lese! Wenn ein Shooterspiel ein Staat wäre, wären die Kontrollpunkte die Ämter. Kann man das nicht wenigstens anders nennen?

Viel Lärm um nix

Keine geile Grafik. Kein cooles Gameplay. Kein Horror. Schafft Aliens Colonial Marines uns denn wenigstens durch Detailtreue eine gewissen Atmosphäre? Eher nicht. Zwar ist das Design der Sulaco größtenteils stimmig, doch es fehlt einfach an mehr Referenzen zur legendären filmischen Vorlage. Es reicht nicht, einfach nur einen gradlinigen Shooter zu designen, dann Aliens statt Russen/Terroristen/Nazis/Mutanten einzufügen und sich selbst Colonial Marine zu nennen. Man muss das Alien-Universum fühlen und das tut man bei diesem Spiel sicher nicht. Schade um die Zeit. Schade um die Lizenz. Schade um die Entwicklungskosten.

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