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Skreis Gebrabbel – Dragon Age: Inquisition

am 26.11.2014

Dragon Age: Inquisition ist da. Wer allerdings ein Rollenspiel im Stil von Baldurs Gate oder Icewind Dale zocken möchte, sollte lieber zu Dragon Age: Origins, Divinity Original Sin oder dem in 2015 erscheinenden Pillars of Eternity greifen. Denn Dragon Age: Inquisition ist weder ein zweites Dragon Age: Origins, noch ein Dragon Age 2, sondern macht sein eigenes Ding.
Dragon Age Inquisition - Logo (Quelle: Bioware)

Ein wichtiger Tipp gleich mal vorweg: Trennt euch von den Hinterlands!

Ja, das Startgebiet in Dragon Age: Inquisition ist riesig, hat viel zu bieten, sieht schick aus und kann euch locker 15 Stündchen beschäftigen. Leider kann es euch durch seinen riesigen Umfang auch etwas ermüden. Das ging zumindest mir so. Aber glaubt mir, es wartet noch so viel mehr (und vor allem Interessanteres) auf euch, wenn ihr die Hinterlands erst einmal hinter euch gelassen habt und tiefer in die große weite Welt von Dragon Age: Inquisiton eintaucht. So, das musste ich erstmal loswerden.

Dragon Age: Inquisition – Es gibt viel zu tun

Dragon Age: Origins wurde seiner Zeit als Retter der RPGs, der Heilige Gral im Rollenspieluniversum, die erhörten Gebete aller Rollenspielfans dieses Planeten, und als das nächste große Ding nach der alles überschattenden Baldurs Gate Reihe gefeiert. Und tatsächlich war Dragon Age: Origins ein gutes Spiel, das so manchen RPG-Fan restlos glücklich gemacht hat und andere (so wie mich) zumindest ganz gut unterhalten konnte. Dragon Age 2 hat die Fans von Dragon Age: Origins dann allerdings erst einmal richtig auf die Probe gestellt. Denn Bioware hat den Nachfolger einfach viel zu schnell auf den Markt geschmissen, damit sich die Marke ruck zuck als Serie etabliert. Dieser Schnellschuss ging teilweise nach hinten los, da Dragon Age 2 durch die mangelnde Qualität nicht jeden restlos überzeugen konnte. Trotzdem hat auch Dragon Age 2 seine Fans gefunden. Also „Mission Accomplished“.

Jetzt ist nach über drei Jahren Entwicklungszeit mit Dragon Age: Inquisition der nächste Teil der Reihe erschienen und wird die RPG-Fans auch diesmal wieder in zwei Lager spalten. Denn Bioware hat erneut einen Kurswechsel vollzogen, aus Dragon Age kurzerhand ein Actionrollenspiel gemacht und das ganze Spektakel in eine semi offene Welt verfrachtet, die vor lauter Nebenaufgaben, Collectibles und anderen Spielereien aus allen Nähten platzt. Die verschiedenen Areale sind diesmal sogar so groß, dass Bioware unserem Helden in seinem neusten Abenteuer sogar Reittiere spendiert, mit denen man ganz entspannt durch die Wüsten, Sümpfe, Wälder, Hügel und Ebenen galoppieren kann. Allerdings latsche ich lieber zu Fuß, da ich alle Nase lang irgendetwas einsammeln will und vor allem nicht die unterhaltsamen Dialoge meiner Gruppenmitglieder verpassen möchten. Denn sobald man auf das Reittier steigt, löst sich der Rest der Gruppe in Luft auf und man steht (bzw. sitzt) alleine da. Steigt man von dem Viech ab, ploppen die Begleiter wie von Zauberhand auf und die illustre Runde ist wieder vollzählig. Da hätte sich Bioware vielleicht etwas anderes einfallen lassen können. Aber was soll‘s, immerhin kann ich in Dragon Age: Inquisition auf einem fetten Hirsch reiten. Hier ist ein schickes Bild von dem Prachtexemplar.

Wenn ich mal nicht auf einem fetten Hirsch durch die von der Frostbite Engine veredelte Pampa galloppiere, sammle ich Materialien, um Waffen und Ausrüstung herzustellen, erledige eine der unzähligen Nebenaufgaben oder versuche mich als Drachentöter. Letzteres ist unheimlich imposant, da die majestätischen Biester großartig animiert und in Szene gesetzt wurden. Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein riesiger Drache mit seinen Flügeln ganze Felsformationen zerstört und anschließend meine komplette Gruppe in einem Meer aus wunderschön animiertem Feuer röstet, nur um mir klarzumachen, dass ich gefälligst später noch mal wiederkommen soll. Und später noch mal wiederkommen ist in Dragon Age: Inquisition gar keine so schlechte Idee. Denn in Dragon Age: Inqusition kann man relativ früh in Gebiete spazieren, in denen Gegner lauern, die man am besten erst mit besserer Ausrüstung und dem ein oder anderen Level mehr bekämpft. Sonst gibt es nämlich ordentlich eins auf die Mütze.

Dragon Age: Inquisition – Inquisitor sein artet in Arbeit aus

Was mir an dem Spiel besonders gefällt, sind übrigens die Inqusitions-Mechaniken. Egal was man tut, wo man es tut oder wie man es tut, alles bring der Inquisition Ruhm und weitet deren Macht und Einflussgebiet aus. Ich rekrutiere Agenten, die ich anschließend auf Missionen schicke, errichte Stützpunkte in den verschiedenen Arealen, löse Konflikte zwischen verfeindeten Parteien, erobere Burgen etc. Und das alles mache ich nur zum Wohl der Inquisition und natürlich zu meiner eigenen Unterhaltung. Sollte mir der Sinn danach stehen, kann ich in meiner Rolle als Inquisitor sogar auf einem schicken Thron Platz nehmen und Verbrecher hinrichten oder begnadigen. Und weil ich so viel Macht habe und sowieso toll bin, mache ich das alles in meiner eigenen Burg, die ich nach Lust und Laune tunen kann. Es gibt in Dragon Age: Inquisition einfach so viel zu tun, dass ich manchmal sogar etwas überfordert bin und nicht genau weiß, was ich nun eigentlich zuerst machen soll. Aber dank der offenen Spielstruktur kann ich ganz gemütlich eins nach dem anderen angehen und einfach mal in jedes Gebiet oder auch in so manche Quest reinschnuppern.

Ach ja, eine Geschichte gibt es natürlich auch noch. Die kann man allerdings wegen des ganzen Drumherums schon mal vergessen. Ich fasse sie mal kurz zusammen. Dämonen kommen durch ein Loch im Himmel, ich kann dieses Loch verschließen und muss deswegen als Anführer der Inquisition mein Bestes tun, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Ganz nebenbei geht es noch um Religion, Politik, Rassismus, Betrug und, wenn man es denn so will, auch um Liebe. Im Verlauf der Geschichte gibt es natürlich auch wieder die ein oder andere Überraschung. Allerdings setzt Bioware hier keine neue Maßstäbe, sondern geht auf Nummer sicher und präsentiert eine Geschichte, die zwar recht interessant ist, mich aber nicht aus den Latschen haut. Das übliche Dragon Age Gedöns halt.

Umso besser, dass die Charaktere allesamt interessant sind und zumindest im Original, wieder einmal großartig vertont wurden. Natürlich kann und muss ich als Anführer der Truppe auch regelmäßig Entscheidungen treffen, die mehr oder weniger schwere Folgen nach sich ziehen. Und auch die persönliche Beziehung zu den Gruppenmitgliedern sollte wieder ordentlich gepflegt werden. Schließlich will man ja nicht mit einem griesgrämigen Zwerg oder einem unglücklichen Elfen in die Schlacht ziehen. Aber auch hier geht Bioware auf Nummer sicher und macht wieder alles so, wie man es aus den anderen Dragon Age Spielen oder auch aus Mass Effect gewohnt ist. Soll bedeuten, dass man während der Dialoge mehrere Antwortmöglichkeiten hat, die dann den kleinen aber feinen Unterschied in der Beziehung mit euren Gruppenmitgliedern machen.

Dragon Age: Inquisition ist ein sehr gutes Actionrollenspiel

Ich mag Dragon Age: Inqusition verdammt gern. Dazu sollte ich aber auch sagen, dass ich tierisch auf Actionrollenspiele stehe und kein Problem mit der Richtung habe, die Bioware mit Dragon Age eingeschlagen hat. Ich mag das simple Kampfsystem, kann getrost auf die in diesem Falle eher durchschnittliche taktische Kamera verzichten, störe mich nicht an den unzähligen MMO-artigen Nebenaufgaben und empfinde das Lootsystem im Stil von Diablo als eine großartige Neuerung. Für mich hätte Bioware also nichts wirklich besser machen können. Wobei es doch eine Sache gibt, die ich etwas vermisse. Wenn es schon einen extra Multiplayer-Modus in bester Mass Effect Tradition gibt, dann hätte man doch auch sicher irgendeine Art Multiplayer-Modus in die Story integrieren können. Wäre bestimmt ganz nett gewesen, das ganze Abenteuer mit einem Kumpel oder der Freundin zu erleben.

Wie schon gesagt, wird Dragon Age: Inquisition die Gemüter wohl wieder etwas spalten. Wer ein gutes Actionrollenspiel sucht, in dem es unheimlich viel zu tun gibt, der bekommt mit Dragon Age: Inquisition richtig was für seine Kohle. Wer hingegen ein ausgewachsenes RPG mit detaillierter Charakterentwicklung, einem taktisch anspruchsvollen Kampfsystem und einer komplexen Story sucht, der dürfte etwas enttäuscht werden. Dragon Age: Inquisition ist definitiv kein neues Baldurs Gate und auch kein Dragon Age: Origins 2.0.

Dragon Age: Inquisition ist ein ganz eigens Beast, das bestimmte Dragon Age Merkmale besitzt, eine Menge Charme hat und gut zu unterhalten weiß, wenn man sich darauf einlässt. Die ewig gestrigen, die der Meinung sind, dass nur Baldurs Gate das Gelbe vom Ei ist und alle anderen Spiele Casual-Mist sind und das Bioware nur noch ein Schatten seiner selbst ist, werden eh nur herumnörgeln und den guten alten Tagen hinterher heulen. Mal ganz abgesehen davon, dass es andere gute Spiele gibt, die den Baldurs Gate oder Dragon Age: Origins Hunger sehr kompetent stillen können, entwickelt sich alles irgendwie weiter (in welcher Form auch immer). Das gilt für Spiele genauso wie für Musik, Filme, Bücher oder alles andere im Leben. Ob es einem nun gefällt oder nicht.

Wie dem auch sei. In Dragon Age: Inquisition ist vornehmlich Action angesagt, die bombastisch in Szene gesetzt und mit einigen Dragon Age Merkmalen verfeinert wurde. Ich find’s geil und gebe Dragon Age: Inquisition deshalb einen Daumen nach oben.


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Über den Author: Skrei
Skrei ist ein RPG-Fanatic und ist auch dem ein oder anderen Indie-Spiel gegenüber nicht abgeneigt.

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