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Konsolenurteil: FIFA 16

am 24.09.2015

Alle Jahre wieder erfreut uns EA Sports mit einem neuen FIFA. Und alle Jahre wieder wird munter diskutiert, ob es nur ein Kaderupdate ist oder eine Gameplay-Revolution oder irgendetwas dazwischen. Da die Wahrheit nun mal auf dem Platz liegt und jedes Spiel schließlich 12 Minuten hat, haben auch wir uns FIFA 16 angeschaut und befinden: erneut gut gelungen.
FIFA 16 der kleine Vizeweltmeister

Sicherlich ist FIFA 16 kein Quantensprung, macht aber wie jedes Jahr spielerische Fortschritte. Das darf man den Entwicklern ruhig mal hoch anrechnen, denn schließlich geht es für sie jedes Jahr darum, ein großartiges Spiel noch besser zu machen, ohne zu verschlimmbessern oder das Rad bzw. den Ball neu zu erfinden. Neben den teils doch beachtlichen Veränderungen im Gameplay hat sich allerdings nicht allzu viel getan. Die 12 Frauenteams sind nett, aber mehr auch nicht. Neue Lizenzen gab es keine – Realitätsfanatiker wie ich müssen also wieder ohne Dynamo Kiew, Sparta Prag oder Steaua Bukarest auskommen, dürfen dafür aber mit einer englischen Drittligamannschaft oder der indischen Nationalmannschaft spielen. Toll! Naja, wenigstens haben letztere Schuhe an.

FIFA 16 – Gameplay und Technik

Während das Fußballspiel in der realen Welt immer schneller wird, geht es in FIFA 16 etwas langsamer zu als im Vorgänger. Wer zu hektisch passt oder zu sehr die Sprinttaste malträtiert, der wird mit einer hohen Fehlpassquote bestraft. Auch ist es wesentlich schwerer, der sehr pass- und positionierungssicheren KI den Ball abzuluchsen. Manchmal hat die KI selbst bei einer klaren Niederlage 70% Ballbesitz – das erinnert negativ an das damalige World Cup 2010, da war das ähnlich nervend. Wenn man die Murmel aber mal hat, dann kommt man mit klugem Passspiel, präzisen Flanken oder auch tödlichen Pässen in die Schnittstelle jeweils gleichwertig zum Erfolg. Die Zeiten der Pace-Hurerei scheinen also gezählt. Ein physisch starker Stürmer mit gutem Positionsspiel ist in FIFA 16 genauso viel wert wie ein Konterflitzer. Der Ball fühlt sich nochmal freier an als in FIFA 15 und klebt selbst guten Technikern nicht mehr untrennbar am Huf. Dafür muss man in der Defensive lernen, eher die Räume zuzustellen als direkt draufzugehen. Ein falsch getimtes Tackling kann Räume aufreißen, die schnell zu Gegentoren führen. Generell braucht man bei FIFA 16 mehr Geduld. Das ist zwar realistisch, zehrt aber angesichts der stark verknappten Spielzeit oft an den Nerven. Gamer haben schließlich keine 90 Minuten Zeit!

FIFA 16 – Inszenierung und Atmosphäre

Die realistische Präsentation ist einer der großen Vorteile von FIFA 16 gegenüber dem Konami-Mitbewerber. Daran ändert auch die fehlende Europacup-Lizenz nichts. Allein die monumentale Bundesliga-Hymne macht dem wahren Fan Gänsehaut. Und wenn dann auch noch das neue und sehr gelungene Kommentatoren-Duo Buschmann/Fuß (hehe, Buschmann-Fuß) über die Bedeutung von bestimmten Neuzugängen plaudert, fühlt man sich wie in seiner eigenen Virtuellen Bundesliga – selbst offline. Bis auf wenige verzichtbare Ausnahmen kann man sich auch in FIFA seine Champions League als Custom-Turnier zusammenstellen, eine der vielen offiziellen Turniere spielen oder online in die üblichen Spielmodi einsteigen. Aufregen kann man sich da nur über Kleinigkeiten. Etwa, warum es im Team Management nicht möglich ist, den vollen Spielernamen anzuzeigen. Wie hieß nochmal der Mainzer Malli mit Vornamen? Auf dem Platz gibt es auch kaum etwas auszusetzen. Ob man nun die FIFA- oder die PES-Grafik lieber mag, ist Geschmackssache. Beide sehen auf jeden Fall super aus und auch die Animationen sind vielseitig und gelungen. Kleinigkeiten wie das verblassene Freistoßspray oder neue Torjubel runden das tolle Gesamtpaket ab. Hier bleibt EA nichts schuldig.

FIFA 16 – Neue Features und Ultimate Team

FIFA 16 hält im Großen und Ganzen an Altbewährtem fest und hat nur einige wenige neue Features parat. Darunter fallen zum Beispiel die einblendbaren Aktionsvorschläge, die vor allem für Neulinge interessant sind. Der beliebte Karrieremodus hat nun optional eine Trainingsfunktion. Hier kann man zwischen den Matches seine Schützlinge verbessern und nebenbei auch selbst ein bisschen üben. Das ist auf jeden Fall motivierender als einfach nur stumpf die Minispiele zu absolvieren – gute Idee! Die viel gelobten neuen Frauenteams hingegen fristen ein offensichtliches Schattendasein. Weder kann man die Teams im Menü bearbeiten noch eigene Wettbewerbe mit ihnen veranstalten. Was bleibt, sind Freundschaftsspiele und ein vorgegebener Turniermodus, den man aufgrund von nur 12 Mannschaften wahrscheinlich auch nicht allzu oft spielt. Dennoch löblich, dass es die Damen nun gibt und man sich auf diesem Gebiet weiterbilden darf. Louisa Necib ist auf jeden Fall Beast!
Ganz zuletzt noch ein Wort zum Ultimate Team. Wir haben diesen Modus noch nicht ausgiebig genug gespielt um ihn wirklich bewerten zu können. Aber zwei Dinge sind uns sofort aufgefallen. Erstens ist der neue Draft-Modus so cool wie er teuer ist und liegt deswegen genau auf Linie mit der noch immer fragwürdigen EA-Politik für den Ultimate Team Modus. Zweitens scheint die Idee mit den minimalen und maximalen Spielerwerten jetzt in der neuen Transferperiode der richtige Schritt in Richtung gesunde Ökonomie zu sein. Die testweise Einführung mittendrin bei FIFA 15 hatte damals den Markt endgültig kaputt gemacht, doch wenn sich alle von Anfang an dran halten, macht der Modus wieder mehr Sinn und ist weniger betrugsanfällig.

Fazit zu FIFA 16

FIFA 16 ist einmal mehr ein großartiges und sehr gelungenes Fußballspiel mit sinnvollen Neuerungen, klaren Weiterentwicklungen und den üblichen Macken und diskutablen Features. Einmal mehr wird geflamt und gehatet werden und trotzdem geht es millionenfach über die Ladentheke. Und einmal mehr ist PES das Beste, was FIFA-Fans passieren kann, denn solange es den Mitbewerber aus Japan gibt, bleibt FIFA Jahr für Jahr eben nicht nur ein Kader-Update, sondern ein vollwertiges Spiel, das bei echten Freaks wie mir Spaß für – langfristig geschätzt – 10 Cent pro Stunde bringt.


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Über den Author: Cage
Cage ist der Strategie-Experte bei Computerspiele.com und außerdem bekennender FIFA-Fanboy.

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