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Early Access: Landmark

am 30.07.2014

Das Early Access Prinzip auf Steam treibt wilde Blüten. Mit Landmark, einem Sandbox Spin-Off aus dem Everquest Universum, verkauft Sony derzeit Betazugänge in ein Free-to-play. Das klingt absurd. Ist es auch. Trotzdem lohnt Landmark mehr als einen Blick, denn es hievt das Voxelbauen auf ein professionelles Niveau.
Landmark Early Access Axt (quelle: sony)

Ich gebe zu, ich bin kein Freund von Sandbox-Aufbauspielen. Ich habe seinerzeit Minecraft links liegen lassen und auch sonst konnte mich kein Spiel begeistern, bei dem man sich zwar ein Häuschen bauen kann, sich vorher aber die Materialien mühevoll zusammenklicken muss. Zu allem Überfluss kopierten nicht wenige Indie Developer das Erfolgsmodell von Minecraft und dachten offenbar, dass solche Spiele möglichst hässlich und bedienunfreundlich sein müssten. Landmark hingegen bekam von mir eine Chance, denn mit Sony Online Entertainment steht hier ein kapitalstarker Entwickler dahinter, dessen Anspruch deutlich mehr meinen Erwartungen entspricht. Im Gegenzug ist aber auch das Monetarisierungsmodell ein anderes als bei Indie-Spielen, doch dazu später mehr.

Landmark – Worum geht es?

Landmark wirkt auf den ersten Blick wie ein Fantasy-MMO. Man sieht seine vorher kreierte Figur, das typische Interface mit der Aktionsleiste unten sowie ein Pop-Up mit der Initialquest. Doch mit kämpfen, looten oder questen haben wir bei Landmark nix am Hut. Hier geht es erstmal stumpf ums Holz hacken und Erz schürfen. Damit bin ich zumindest mal eine gute halbe Stunde beschäftigt, da der Server offenbar ziemlich voll ist und ich ewig keine Bäume finde, die nicht schon ein anderer zerhackt hat. Endlich habe ich mein Holz und erschaffe an einer zentralen Craftingmaschine meine Landmarke, also eine Art Fahne, die ich nun in ein unbesetztes Stück Boden rammen darf, um meinen Claim abzustecken. Dummerweise hatten das jene, die mir auch schon die Bäume weggefällt haben, ebenfalls im Sinn und so finde ich auf der gesamten Startinsel nur noch ein kleines Fleckchen für mein zukünftiges Zuhause. Also Fahne rein und loslegen. Aber… womit eigentlich?

Landmark – Wie Minecraft in hübsch?

Vollbepackt mit Stein, Sand, Erz und Holz stehe ich inmitten der Einöde und beginne, mit den Bautools herumzuprobieren. Angeblich soll man damit ja unfassbare Dinge erschaffen können. Ich jedoch scheitere kläglich und blicke nach einigen Minuten auf eine Ansammlung von Steinen, die aussehen, als hätte ein Archäologe antike Tetrisblöcke in Marokko ausgebuddelt.

Ähnlich peinlich gerät mein Versuch, das Gelände zu ebnen. Plötzlich habe ich einen Krater im Vorgarten und keine Ahnung, wie man den wieder zuschaufeln kann.

Mit etwas Übung gelingt es mir schließlich doch noch, ein leidlich schmuckes Hüttlein zu bauen. Die gesammelten Rohstoffe darf man ohne Mehrarbeit für eine Vielzahl optisch unterschiedlicher Baumaterialien einsetzen. So wird aus Kupfer zum Beispiel so ein feines Nietendach wie das von meiner Hütte. Das sorgt für optische Abwechslung und Vielfalt beim Bauen.

Nicht ohne Stolz zeige ich euch auch noch meine Holzpritsche nebst Beistelltischchen und Designer-Lampe aus irgendeinem Material, dass ich vergessen habe. Ich hätte vielleicht doch Innenarchitekt werden sollen.

Meine bescheidene Behausung hat jedoch fast meine ganzen Materialien und jede Menge Spielzeit gekostet. Landmark ist also kein Spiel für zwischendurch und dürfte Mechanismen bieten, das Ressourcensammeln zu beschleunigen. Wobei wir auch schon beim springenden Punkt wären.

Landmark – Doppelte Abzocke oder modernes Geschäftsmodell?

Landmark wird derzeit auf Steam angeboten und kommt in der günstigsten Early Access Variante mit 20 Tacken daher. Dafür bekommt man das ein oder andere Item und erhält Zugang zur Closed Beta. Also darf man sich total wichtig fühlen, dass man quasi bei der Entwicklung des Spiels mithilft. So jedenfalls vermittelt uns das der engagierte und sympathische Typ in einem Video, das abgespielt wird, wenn man Landmark das erste Mal startet.

Also im Prinzip arbeitet man für Sony und zahlt auch noch Geld für ein unfertiges Spiel, das man später umsonst spielen kann. Darüber hinaus gibt es einen Ingame-Shop, in dem man später sicher für teures Geld irgendwelche Vorteile kaufen kann. Die entsprechende Premium-Währung gibt es schon im sogenannten Station Account, in dem man sich registrieren muss, damit die NSA auch weiß, wer welches Erz mit welcher Spitzhacke abbaut. Im Spiel selbst muss man seinen Claim regelmäßig „unterhalten“. Dazu dient in der Beta das Kupfer, das man schürfen und einfach abgeben muss, damit der Claim nicht verfällt. Im fertigen Spiel haben die Betreiber damit natürlich ein ideales Mittel, die Spieler zum Kauf von „Unterhalt“ zu bekommen, denn wer will schon Kupfer schürfen, wenn er in derselben Zeit auch bauen könnte und wer will schon seine Werke verlieren, bloß weil er mal das Schürfen vernachlässigt hat?

Auf der Gegenseite könnte man einräumen, dass die Entwicklungskosten durch den Kauf der Early Access Zugänge zu Landmark bereits zeitnah kompensiert werden können und dadurch betriebswirtschaftlich sinnvoller geplant werden kann. Dass sich ein Free-to-Play MMO rechnen muss, dürfte ja nun jedem Aushilfs-Sozialisten klar sein. Ich denke, Sony hat auf dieses Modell genauso viel Anrecht wie die kleinste Indie Bude und niemand wird zum Kauf gezwungen. Was mich jedoch immens stört, ist die extreme Fehlerbehaftung in der jetzigen Closed Beta. Für 20 Euro erwarte ich in einer Betaphase ein stabiles Spiel ohne Abstürze und ohne totale Grafikaussetzer. Das hat den Spielspaß extrem gemindert und darf eigentlich nicht passieren, wenn man schon in der Entwicklung Geld verdienen will – zumindest nicht post-Alpha.

Landmark – Ein Lichtblick am MMO-Markt

Ich bin kein Fan von MMOs und kein Voxel-Builder. Trotzdem werde ich ab und an bei Landmark reinschauen, denn das Spiel erhält sich den Reiz eines Minecraft bei zusätzlich sehr ansprechender Optik und gutem Spielgefühl. Wer gerade noch ein paar Taler über hat und sich mit dem sicherlich diskutablen Geschäftsmodell von Sony anfreunden kann, der sei herzlich eingeladen, meine epische Hütte zu übertreffen. Die spezielle Axt, die man als Early Access Käufer bekommt, ist übrigens das Geld wert. Und jetzt entschuldigt mich, ich benötige Kupfer.

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Über den Author: Cage
Cage ist der Strategie-Experte bei Computerspiele.com und außerdem bekennender FIFA-Fanboy.

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