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Die Angst spielt mit: Survival Horror Games

am 04.04.2013

Mit Erscheinen des neuesten Teils der Resident Evil-Reihe – nämlich Resident Evil 6 – haben viele Kritiker Abschied genommen vom klassischen Survival Horror Game. Die Publisher würden, so der Vorwurf, aus renommierten Gruselserien bloße Ballerspiele machen, weil die Zielgruppe angeblich darauf abfährt. Doch das Subgenre der Survival Horror Spiele darf nicht sterben und hier lest ihr, warum…
Resident Evil Zombie (quelle: capcom)

Definitionsversuch: Was ist ein Survival Horror Game?

Im Grunde sind die meisten Survival Horror Games Action Adventures aus der Third Person Perspektive. Der vom Spieler gesteuerte und meist allein agierende Protagonist versucht, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, löst dafür Rätsel, muss sich aber auch vor Gefahren in Sicherheit bringen. Die Story ist düster und bedrohlich und bedient sich oft aus den bewährten Gruselvorlagen aus Film und Buch. Entweder es gibt Monster, Dämonen oder zumindest Zombies, dazu vielleicht eine alter Geistergeschichte, biologische Experimente oder bösartige Außerirdische. In jedem Fall sollen Umgebung und Gegner immerwährende Gefahr ausstrahlen und Bedrohung erzeugen. Zur Verteidigung haben die meisten Figuren zwar Waffen, jedoch haben diese entweder wenig Durchschlagskraft oder schlicht nicht ausreichend Munition. Somit werden Flucht oder Verstecken gleichrangige Optionen und grenzen Survival Horror Games von Shootern ab, selbst wenn letztere sich auch gern bedrohlicher Szenarien bedienen. Kurz zusammengefasst: Ein Survival Horror Game beinhaltet in der Regel:

- Eine bedrohliche Umgebung mit übernatürlichen Vorkommnissen
- Eine spannende Geschichte, die mit Hilfe von Rätseln und Hinweisen aufgedeckt wird
- Unmenschliche Gegner, die aufgrund von Munitionsmangel kaum alle zu bezwingen sind

Survival Horror Resident Evil Hunde (quelle: capcom)

Beispiele für klassische Survival Horror Games

Die Resident Evil Reihe ist wohl die bekannteste Serie aus diesem Genre. Die ersten drei Teile beinhalteten alle eben identifizierten Merkmale für Survival Horror Spiele. Hinzu kommen eine großartig inszenierte Atmosphäre, passende Hintergrundmusik und glaubwürdige Charaktere, die aufgrund gezeigter Schwächen die Drohkulisse der Umgebung noch verschärfen. Generell fällt auf, dass dieses Genre oft auf schwächere Protagonisten zurückgreift – etwa Frauen, Durchschnittsmänner oder sogar Kinder – wohingegen in Shootern und Actionspielen oft Soldaten, Muskelberge oder toughe Frauen dominieren. Resident Evil ist jedoch nicht das erste Spiel aus dem Bereich Survival Horror. Bereits 1992 erschien Alone in the Dark, welches inoffiziell als Begründer dieser Spiele-Untergattung angesehen wird. In der Folge wurde das Spielprinzip von vielen anderen Entwicklern aufgegriffen und mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt. Bezeichnend für die klassischen Survival Horror Games war die statische Ansicht der Umgebung aus festen Kameraperspektiven. Die fehlende Dynamik und die geschickt platzierten toten Winkel verstärkten die Gruselwirkung nochmals.

Survival Horror Alone in the Dark (quelle: infogrames)

Der Wandel von der Angst zur Action

In den letzten Jahren vollzog sich ein Wandel. Entwickler und Publisher sind der Meinung, dass Gamer selbst Horrorszenarien lieber in klassischer Shooter-Manier durchleben wollen. Folglich wurde die Story vom Gameplay getrennt, was angesichts der Verkaufszahlen zunächst auch funktionierte. In Resident Evil 4 steuerte man den Helden aus einer ungewohnten Schulterperspektive in einer völlig dynamischen Echtzeitumgebung, konnte aber zunächst die übrigen genretypischen Eigenschaften der Reihe erhalten. Auch das allererste Dead Space von EA spielte sich auf den ersten Blick eher wie ein Shooter, überzeugte jedoch durch Schreckeffekte, Gegnerübermacht und eine fesselnde Story sowie einen Protagonisten, der zunächst alles andere als ein Kämpfer ist. Spätestens mit Resident Evil 6 oder Dead Space 3 weichten die Prinzipien eines Survival Horror Games immer mehr auf und die vormals so beliebten Serien verwässerten zu actiongeladenen Shootern, bei denen durchschlagskräftige Waffen mit teils unendlicher Munition zur Verfügung stehen. Auch der wichtige Faktor des Allein-auf-sich-gestellt-sein wird durch helfende NPCs und Co-Op-Modi verweichlicht.

Survival Horror Dead Space (quelle: ea)

Der Verlust eines besonderen Erlebnisses

Mehr Waffen, mehr Kugeln, mehr Action – wo ist das Problem? Nun, das Unabdingbare bei Horrorspielen ist das Erzeugen von Furcht beim Spieler. Diese immerwährende Angst ist kein Produkt von aneinandergereihten Schreckmomenten, sondern resultiert aus der permanenten Bedrohung aufgrund der eigenen Hilflosigkeit. Ein Spieler, dessen Figur angeschlagen und ohne Munition für die eh schon wenig durchschlagende Pistole durch enge Korridore hinkt und hofft, an der nächsten Ecke endlich Heilung zu finden, empfindet Bedrohung aus der bloßen Möglichkeit eines auftauchenden Feindes. Selbst wenn in der ganzen Sequenz gar kein Feind auftaucht, empfindet der Spieler dies als tolles Spielerlebnis. Wenn man dann – wie in den alten Resident Evil Teilen – noch nicht einmal beliebig speichern kann, dann steigert sich diese latente Angst noch mehr. Das ist es, was Survival Horror Games ausmacht. Dieses Gefühl lässt sich aber nicht erzeugen, wenn man an einem Terminal riesige Laserkanonen bauen kann oder unendlich Munition mit sich herumträgt. Es ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, ob man in einem Spiel stirbt, weil der Gegner zu stark ist oder ob man selbst zu schwach ist.

Survival Horror Resident Evil Herrenhaus (quelle: capcom)

Hoffnung durch Zombies

Es ist eine Ironie der Videospielgeschichte, dass ausgerechnet Zombies das Genre retten könnten. Waren es doch die Zombies von Resident Evil, die dieses Genre erst zu dem machten, was es war und wieder sein könnte. Die Arma 2 Mod DAYZ hat uns gezeigt, wie großartig sich Schwäche spielen kann. Kaum Munition, ultrastarke Zombiegegner und die ständige Angst vor Entdeckung und Verrat – das waren die Zutaten dieser Mod, die es nun ja zu einem eigenständigen Spiel geschafft hat. Auch andere Zombiespiele wie Dead Island oder Left 4 Dead setzen auf die Überlegenheit der Gegnerscharen, denen man manchmal nur durch Flucht oder panischen Nahkampf entkommen konnte. In absehbarer Zeit sollen zudem einige vielversprechende Grusel-Titel auf den Markt kommen, allen voran Outlast (Trailer unten), das einiges richtig macht: ein verletzlicher Protagonist, ein gruseliges Setting, übernatürliche Gegner und vor allem: keine Waffen, um sich zur Wehr zu setzen. Vielleicht ist das Genre Survival Horror Game doch noch nicht tot?

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Über den Author: Cage
Cage ist der Strategie-Experte bei Computerspiele.com und außerdem bekennender FIFA-Fanboy.

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